Derbysieg und vierter Schlussrang

Donnerstag, 20.05.2021 | 22:05 Uhr

Ende, aus, vorbei. Der FC Schaffhausen gewinnt auf der Schützenwiese gegen Winterthur mit 2:1 und schliesst die Saison 2020/21 auf dem vierten Rang ab. Der letzte Spieltag im Zeitraffer.

Dieser Super-Donnerstag lässt die Herzen der Fussballfans höherschlagen. An diesem Abend wird darüber entschieden, welche Mannschaft Platz macht für Aufsteiger Yverdon Sport FC und welches Team direkt in die Super League aufsteigt. Auch der erste Barrageteilnehmer wird ermittelt. Das Direktduell zwischen den beiden letztklassierten FC Chiasso und Neuchâtel Xamax steht dabei im Fokus, wie auch die Partien GC-Kriens, Wil-Thun, Aarau-SLO. Während in Aarau fleissig Rüeblikuchen gebacken wurden, um damit den FC Wil zu belohnen, wenn sie gegen die Berner Oberländer gewinnen, war GC-Trainer Zoltan Kader vor allem als Psychologe beschäftigt, um die Spieler einzuschwören. Vor einem Jahr gabs eine 0:6-Schmach gegen Winterthur, das soll gegen Kriens nicht noch einmal geschehen. Doch nicht zu vergessen ist das Ewigderby zwischen dem FC Winterthur und dem FC Schaffhausen. Das Duell wurde nach einer ausführlichen Abschiedsrede des Stadionsprechers an die Adresse von Davide Callà, der seine Laufbahn mit dem 476. Einsatz beendete, als letztes dieser Vollrunde angepfiffen. Inzwischen stürmte Stade Lausanne Ouchy von der ersten Minute an los und wurde bereits nach vier Minuten mit dem ersten Treffer durch Alban Ajdini belohnt. In der 8. Minute raunte es durch die Schützenwiese, als Ramon Buess aus rund elf Metern den Ball knapp neben das Tor setzte. Nach 13 Minuten jubelte Shkelqim Demhasaj für GC, der die 1:0-Führung erzielte und die Hoffnungen zum Aufstieg wuchsen weit hin den Himmel. Und Xamax’ Laurent Walthert kassierte nach einer Viertelstunde ein faules Ei, Chiasso im Aufwind. Im selben Moment kam Bujar Lika für den FCS von der Strafraumgrenze aus zu einer hervorragenden Möglichkeit, die Gelb-Schwarzen in Front zu schiessen, doch das Leder wurde von einem Winterthurer abgeblockt. In der 19. Minute durfte auch Schaffhausen jubeln. Eine Flanke von Axel Müller versorgte Ivan Prajin eiskalt im Winterthurer Netz. Ruhig blieb es noch in Wil, ehe Kontrahent Thun durch Saleh Chihadeh das 1:0 markierte. Zeitgleich erhöhte Chiasso durch Fabio Dixon auf 2:0. GC dominierte Kriens und Aarau sorgte mit Slapstick-Einlagen fast für den zweiten Gegentreffer der Lausanner. Prtajin scheiterte derweil am Querbalken, während Xamax den Anschluss durch Juan Manuel Parapar schaffte. Schaffhausen übernahm mittlerweile das Zepter und kam immer wieder gefährlich vor das Winterthurer Tor. Danilo Del Toro profitierte beinahe von einem Patzer Dario Marzino, aber auch die Munotstädter hatten Glück, als Andreas Wittwer kurz vor der Pause die Lattenunterkante traf. Die Hoppers machten es besser und belohnten ihre Dominanz mit dem zweiten Treffer durch Léo Bonatini.

Pausenstände:
GC – SC Kriens 2:0, FC Wil 1900 – FC Thun 0:1, FC Chiasso – Neuchâtel Xamax FCS 2:1, FC Aarau – FC Stade Lausanne Ouchy 0:1, FC Winterthur – FC Schaffhausen 0:1

Nicht nur die GC-Fans ausserhalb des Letzigrunds liessen ein Feuerwerk ab, auch der FC Aarau startet furios. Kurz nach dem Wiederanpfiff schmetterte Bastien Conus das Leder an den Pfosten. Wils Serkan Izmiroglu versucht sich als Distanzschütze von der Mittellinie, während Prtajin für die Schaffhauser mit seinem 14. Saisontor auf 2:0 stellte. Doch dann brandete Jubel auf dem Bergholz aus, weil Robin Kamber für die Wiler gegen Thun ausglich. SLO verdoppelte seine Torausbeute in Aarau und in Chiasso kontrollierte mittlerweile Xamax das Spielgeschehen. Nachdem der ehemalige FCS-Keeper die Krienser mit seinen Glanzparaden im Spiel hielt, glänzte auch Amir Saipi im Kasten der Schaffhauser auf der Schützenwiese und holte sich Bestnoten gegen die immer offensiver agierenden Eulachstädter. In der 65. Minute durfte Igor Tadic in den Farben des SC Kriens ein letztes Mal ran. Er wird nach dieser Saison zurücktreten. Und aus dem Nichts kamen die Innerschweizer plötzlich zum Anschlusstreffer. Zeitgleich liess sich auch Omer Dzonlagic feiern, der einen harmlosen Schuss abgab. Wils Torwart Philipp Köhn liess diesen durch die Hände flutschen – 2:1 für Thun. Wieder zurück auf der Schützenwiese kassierte in der 69. Minute Guillermo Padula Gelb, weil er Buess von den Beinen holte. Den fälligen Penalty versenkte Callà zum Anschlusstreffer. In Aarau spulte man die Zeit herunter, da diese Partie entschieden schien. Dies bestätigte Roland Ndongo mit dem 3:0 für die Waadtländer. Dafür wirken die Tessiner immer nervöser, die gegen die Neuenburger Wand fast kein Mittel für Offensivaktionen fanden. Nach 87 Minuten stand es weiterhin 2:1. Am Schluss wirkte auch Torhüter Alexandros Safarikis als Stürmer. Doch Xamax rettete sich über die Runde und verbleibt in der Challenge League. Chiasso muss nach 11 Jahren wieder eine Liga runter. Auch Thun brachte den 2:1-Sieg in trockene Tücher. Das grosse Zittern begann, als Kriens immer mehr auf den Ausgleich drückte und hielt die ganze Fussballschweiz auf Trab. GC stolperte einmal mehr, fiel aber dieses Mal nicht. Schlusspfiff, Erleichterung bei den Grasshoppers, Aufstieg. Und das Derby? Winterthur drückte nochmals auf den Ausgleich, schwächte sich aber kurz vor Ende selbst. Gabriel Isik legte Drilon Kastrati und musste frühzeitig unter die Dusche. Für die letzten Minuten durfte Gian Wick sein Challenge League-Debüt feiern; auch Mergim Bajrami durfte erstmals in dieser Spielzeit ran. Der FCS schaffte den Schlusssieg, bezwang den FC Winterthur im 120. Meisterschaftsderby zum 46. Mal und belohnte sich mit dem vierten Tabellenrang nach dieser Saison 2020/21.

Schlussergebnisse:

GC – SC Kriens 2:1, FC Wil 1900 – FC Thun 1:2, FC Chiasso – Neuchâtel Xamax FCS 2:1, FC Aarau – FC Stade Lausanne Ouchy 0:3, FC Winterthur – FC Schaffhausen 1:2

Der FC Schaffhausen gratuliert dem Grasshopper Club Zürich nach einer ultraspannenden Saison zum Aufstieg und wünscht dem FC Thun viel Glück in der Barrage. Bienvenue Yverdon Sport FC und alles Gute FC Chiasso.

#füürenand mit #füürundflamme #füürdäFCS #hoppschaffhuuse

 

Telegramm


FC Winterthur - FC Schaffhausen 1:2 (0:1)
Schützenwiese – 100 Zuschauer – SR: Tobias Thies.
Tore: 19. Prtajin 0:1, 47. Prtajin 0:2, 71. Callà (Foulpenalty) 1:2.
Winterthur: Marzino; Gantenbein, Isik, Lekaj, Wittwer (59. Omerovic); Kriz (59. Pepsi), Arnold; Callà, Ramizi (59. Rama), Ltajef (59. Di Nucci); Buess.
Schaffhausen: Saipi; Krasniqi, Neitzke (88. Wick), Padula, A. Müller; Rodriguez (71. Berglas-De Nobile), Lika (79. Vukasinovic), S. Müller, Del Toro (88. Bajrami); Maouche (71. Kastrati); Prtajin.
Bemerkungen: Winterthur ohne Baak (gesperrt), Spiegel, Schüpbach, Roth, Alves, Mahamid, Ballet, Volkart, Pauli, Hammer (alle verletzt), Bodenmann, Emeghara, Costinha und Dakaj (alle nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Pollero, Djoulou (beide gesperrt), Mujcic, Mozzone, Hamdiu, Bislimi (alle verletzt), Sarr, Paulinho (beide rekonsvaleszent), Deronjic und Furrer (beide nicht im Aufgebot). – Abschiedsspiel von Davide Callà nach 476 Einsätzen – 24. Lattenkopfball Prtajin. – 88. BCL-Debüt von Gian Wick.
Verwarnungen: 31. Gantenbein (Foul), 43. Maouche (Foul), 54. Isik (Foul), 70. Padula (Foul), 91. A. Müller (Foul).
Gelb-Rote Karte: 87. Isik (Foul).


Bild: www.sport-presse.com

Derbysieg und vierter Schlussrang

Telegramm

FC Winterthur
FC Schaffhausen
Thursday, 20.05.2021 | 20:00 Uhr
Stadion Schützenwiese, Winterthur

Resultat: 1:2 (0:1)

Zuschauer: 100

Torschützen

19' Ivan Prtajin (Assist: Axel Müller) 0:1
47' Ivan Prtajin (Assist: Jetmir Krasniqi) 0:2
71' Davide Callà (Foulpenalty) 1:2

Karten

31' Adrian Gantenbein (Foul)
43' Yassin Maouche (Foul)
54' Gabriel Isik (Foul)
70' Guillermo Padula (Foul)
87' Gabriel Isik (Foul)
91' Axel Müller (Foul)

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