Kein Sieger im Regioderby

Samstag, 06.02.2021 | 02:02 Uhr

Unnötig lässt der FC Schaffhausen Punkte liegen, die nach anfänglicher Dominanz schlussendlich mit dem FC Wil 1900 geteilt worden sind. Letztlich ist das 1:1-Unentschieden leistungsgerecht.

Eine erste Überraschung gab es schon vor Spielbeginn, als bekannt wurde, dass Torschützenleader Rodrigo Pollero (9 Tore) das Regioderby gegen den FC Wil 1900 nicht bestreiten konnte. Immerhin war er es, der den FCS in der Schlussminute noch zum Sieg köpfelte, als sich die beiden Kontrahenten vor rund sechs Wochen letztmals gegenüberstanden. Pollero verletzte sich kurz zuvor und musste schliesslich forfait erklären. So musste Ivan Prtajin als einziger Vollblutstürmer ans Werk gehen. Die zweite Surprise lieferte der in diesem Kalenderjahr verlustpunktlose Gast aus der Äbtestadt, wie passiv sich dieser im ersten Durchgang verhielt. Gegenüber der letzten Partie (1:0 gegen Xamax) wechselte Trainer Alex Frei auf drei Positionen und liess unter anderem die gesetzten Jan Kronig und Carlos Silvio vorerst auf der Bank. Die Schaffhauser Truppe versuchte auch gleich das Spieldiktat zu übernehmen, doch die beiden Teams kamen nicht übers Beschnuppern hinaus. Eine erste Bekanntschaft machten die Schaffhauser mit Kastrijot Ndau, der bereits nach vier Minuten Valon Hamdiu regelrecht niedermähte. Eine ähnliche Sense packte bei Ablauf des ersten Viertels der Partie Robin Kamber aus, Leidtragender war dieses Mal FCS-Captain Imran Bunjaku. Beide Wiler Akteure wurden vom Unparteiischen Sandro Schärer ordentlich getadelt und verwarnt. Für Kamber gar mit Folgen, setzt er nämlich die nächste Partie gegen SLO gelbgesperrt aus.

Überlegen im ersten Durchgang

Dennoch hatte der Gastgeber das Spiel komplett im Griff, allerdings nur bis vor den gegnerischen Strafraum. Dort liessen Fantasie und Durchsetzungskraft die Schaffhauser im Stich. So dauerte es über 22 Minuten, bis erstmals Torgefahr aufkam. Francisco Rodriguez spielte bei einem Freistoss den Ball auf Emiliano Mozzone, der das Leder hoch in den Strafraum weiterleitete. Dort fand er Prtajin, dessen Kopfball etwas zu schwach geriet, um diesen erfolgreich zu versenken. Sieben Minuten später luchste Rodriguez Wils Rechtsverteidiger Serkan Izmirlioglu das Spielgerät ab und konnte gleich Prtajin einbinden. Dieser legte auf Imran Bunjaku, der nicht einfach drauf losballerte, sondern den etwas besser postierten Mozzone anspielte. Dessen Abschluss flog jedoch direkt in die Hände von Hüter Philipp Köhn. Bunjaku versuchte sich dafür in der 37. Minute aus spitzem Winkel, allerdings landete der Ball im Fangnetz. Der Gast, meist eingeigelt, kam nur selten aus der eigenen Box heraus. So versuchte sich Tician Tushi nach 25 Minuten mit einem Sprint über das ganze Feld und schloss nach einer Doppelpass-Kombination mit Marcin Dickenmann direkt ab. David Da Costa klatschte den Ball mit einem Reflex ab, ehe Axel Müller die Gefahr bereinigte. Tushi kam zwei Minuten später gleich nochmals zu einer aussichtsreichen Gelegenheit, als er André Luis Neitzke das Leder abnahm und alleine auf Da Costa loszog. Doch die Basler Leihgabe legte sich den Ball etwas zu weit vor, worauf der FCS-Goalie diesen behändigte. Tushi kam einen Schritt zu spät, ging jedoch zu Boden, in der Hoffnung mit einem Penalty begünstigt zu werden. Auch wenn vielleicht andere Schiedsrichter auf Elfmeter entschieden hätten, blieb der Pfiff Schärers richtigerweise stumm.

Mujcic erfolgreich vom Punkt

Als sich die erste Halbzeit dem Ende zuneigte, erhielt der FCS noch einen Freistoss zugesprochen. Rodriguez spielte Müller an, der sogleich in den Wiler Strafraum flankte, der von Henri Koide und Ndau direkt zu Neitzke weitergeleitet wurde. Dieser wollte Hamdiu anspielen, worauf Ndau mit voller Wucht zum Befreiungsschlag ansetzte, jedoch den Schaffhauser an der Achillessehne traf. Der Wiler verschuldete dabei einen Penalty und musste zudem verletzt durch Bledian Krasniqi ersetzt werden. Hamdiu hingegen konnte wieder zurück ins Spiel. Für Strafstösse war auch dieses Mal Mirza Mujcic zuständig und verwandelte seinen fünften Elfer souverän zum 1:0. Alex Frei brachte für die zweite Halbzeit gleich weitere drei frische Kräfte aufs Feld. Mit Silvio, Kronig, Fazliu und kurz vor dem Tee Krasniqi brachten die Äbtestädter Stabilität in die Mannschaft. Allerdings kamen die Schaffhauser fast zum zweiten Treffer. Uran Bislimi wagte einen Flachschuss aus 22 Meter, den Köhn nur abklatschen konnte. Prtajin war schon zur Stelle und wollte das Leder, wie Drilon Kastrati gegen Aarau, am Wiler Keeper vorbeispitzeln, doch der Schlussmann wehrte erneut ab. Der Gast zeigte sich aber nun angriffiger. Captain Philipp Muntwiler, der mittlerweile das Mittelfeld orchestrierte, fand nach einer Stunde Spielzeit eine Lücke im Zentrum, um Krasniqi anzuspielen. Dieser hebelte mit einem genialen Lupfer die komplette FCS-Abwehr aus, derweil Fazliu die Gelegenheit nutzte und das Leder zum 1:1 einschob. Just in diesem Moment prallte er mit Da Costas Knie zusammen, worauf der Torwart verletzungsbedingt ausschied. Für ihn kam Amir Saipi, der sich nur kurz nach seiner Einwechslung unter Beweis stellen musste, als er einen Kopfball Tushis behändigte. Auch die Munotstädter blieben in der Offensive zu harmlos. Neitzkes Abschluss aus elf Metern in der 84. Minute blieb die aufregendste Aktion. Das 1:1 war schliesslich leistungsgerecht, vor allem, weil der FCS es verpasste, die Entscheidung frühzeitig herbeizusteuern. Die nächste Gelegenheit erhalten die Schaffhauser am kommenden Samstag beim schwierigen Gastspiel in Chiasso.

#füürenand mit #füürundflamme #füürdäFCS #hoppschaffhuuse

 

Telegramm


FC Schaffhausen – FC Wil 1900 1:1 (1:0)
Stadion Schaffhausen – ohne Zuschauer – SR: Sandro Schärer.
Tore: 45.+1 Mujcic (Foulpenalty) 1:0, 61. Fazliu 1:1.
Schaffhausen: Da Costa (70. Saipi); J. Krasniqi, Neitzke, Mujcic, A. Müller; Hamdiu, Bunjaku; Rodriguez (88. Djoulou), Bislimi (63. Del Toro), Mozzone (63. Sarr); Prtajin (88. Vukasinovic).
Wil: Köhn; Izmirlioglu, Muntwiler, Mätzler; Dickenmann, Kamber (46. Fazliu), Ndau (45.+1 B. Krasniqi), Schäppi (46. Kronig); Tushi, Haile-Selassie (80. Brahimi); Koide (46. Silvio).
Bemerkungen: FCS ohne Pollero, Lika, Paulinho (alle verletzt), Talic, Deronjic, Tanzillo, Padula, Bajrami, Furrer, Wick, Berglas-De Nobile und Barry (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Talabidi (krank), Ismaili, Sarcevic, Sauter (alle verletzt), Zumberi, Abubakar, Jones, Paunescu, Blasucci, Mettler, Abazi, Krunic und Klein (alle nicht im Aufgebot). – 45.+1 Ndau verletzt ausgeschieden. 70. Da Costa verletzt ausgeschieden.
Verwarnungen: 4. Ndau (Foul), 24. Kamber (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 55. Izmirlioglu (Foul), 81. Fazliu (Reklamieren), 87. Del Toro (Foul).

Videozusammenfassunghttps://www.sfl.ch/sfl-tv/video/23385/


Bild: www.freshfocus.ch / Andy Müller

Kein Sieger im Regioderby

Telegramm

FC Schaffhausen
FC Wil 1900
Friday, 05.02.2021 | 20:00 Uhr
Stadion Schaffhausen, Schaffhausen

Resultat: 1:1 (1:0)

Torschützen

45.+1' Mirza Mujcic (Foulpenalty) 1:0
61' Valon Fazliu (Assist: Bledian Krasniqi) 1:1

Karten

4' Kastrijot Ndau (Foul) [2/4]
24' Robin Kamber (Foul, im nächsten Spiel gesperrt) [4/4]
55' Serkan Izmirlioglu (Foul) [3/4]
81' Valon Fazliu (Reklamieren) [5/8]
87' Danilo Del Toro (Foul) [2/4]

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