Das Momentum nutzen

Freitag, 04.12.2020 | 19:12 Uhr

Zum zweitletzten Mal in diesem verrückten Kalenderjahr geht der FCS auf Reisen. Diese führt wieder einmal an den Südzipfel der Schweiz zum Tabellenschlusslicht FC Chiasso.

Das Feuer loderte kurz, als am Dienstag vor einer Woche im Riva Quarto rot-blauer Jubel emporschoss. Der Prügelknabe der Liga realisierte den ersten Saisonsieg gegen ein saftloses Neuchâtel Xamax FCS. Auch wenn beide Teams aus der Quarantäne kamen, schien Chiasso beflügelter zu sein als die Neuenburger, die auch in der Folge gegen Schaffhausen und Stade Lausanne-Ouchy ohne Stich blieben. Die «Rosso-Blú» wollten den Schwung nutzen, um das Feld von hinten aufzurollen. Doch weit gefehlt, die Tessiner wurden schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt. In Thun gab es eine 0:3-Klatsche und am Mittwoch gelang Winterthur ein glanzloses, aber souveränes 2:0. In dieser Abwärtsspirale gastiert nun am Samstag der wohl grösste Ligarivale in Chiasso. Die Klingen zum Kreuzen bereit, die Zähne gefletscht, doch die Tessiner plagen derzeit andere Sorgen. Da ist die Müdigkeit aufgrund der Nachtragsspiele, die unter der Woche ausgetragen werden. Dazu war der Boden auf der Schützenwiese sehr tief und schwer zu spielen, was unglaublich viel Kraft kostete. Auch wenn Trainer Bruno Raineri, der in Winterthur vor allem durch seine zwischenzeitlichen Ausraster auffiel, aus einem 37-Mann-Kader aussuchen kann, wird er aller Voraussicht wieder auf die ungefähre selbe Elf setzen. Definitiv nicht mit dabei sein wird Topscorer Sofian Bahloul, der sich einen Muskelfaserriss zuzog und voraussichtlich bis Ende Jahr ausfällt. Aber auch der «Hexer von Schaffhausen» wird nicht an dieser Neuauflage teilnehmen. Das 21-jährige Torhütertalent Loïc Jacot, das mit seinen mirakulösen Taten Freund und Feind zu Superlativen hinreissen hat lassen, wurde völlig überraschend zum dritten Goalie degradiert. Gerüchten zufolge wegen fehlerhaften Leistungen. Mittlerweile hütet der Grieche Alexandros Safarikas den Kasten. Da ist aber auch die Torflaute. Wenig Struktur im Spielaufbau, viel Stückwerk und nahezu kein Ertrag. Das Bild, wie zuletzt gegen Xamax, als das Team solidarisch miteinander gekämpft hat, ist bereits schon wieder verblasst. Es deutet vieles darauf hin, dass Chiasso nach dieser Saison den Gang in die Promotion League antreten muss. Doch es wäre fatal, die Tessiner einfach abzuschreiben. Gerade in Affichen wie in diesen Nord-Süd-Duellen wachsen die Südtessiner immer wieder über sich hinaus, provozieren gerne und treiben den Gegner an den Rand des Wahnsinns. Das wird auch am Samstag so sein, doch darauf wird der FC Schaffhausen vorbereitet sein, das Momentum nutzen und diese Angelegenheit mit sportlichen Mitteln bewältigen.

Der etwas überraschende Wintereinbruch hat den Trainingsbetrieb nicht beeinträchtigt. Das Team hat unabhängig davon am Dienstag und Mittwoch individuelles Indoortraining genossen und mit gezielten Einheiten die Batterien aufgeladen, auch im Wissen, dass der Rasen in Chiasso aufgrund der winterlichen Bedingungen kein Ballett zulässt. Bei tiefen Böden ist viel Kondition, Kraft und Ausdauer gefragt und da werden die Munotstädter mit einem grossen Vorteil, weil ausgeruhter, in die Partie steigen. Allerdings fehlen sowohl der Captain, wie auch der Vizekapitän. Imran Bunjaku muss wegen seiner vierten Gelben Karte aussetzen, während sich André Luis Neitzke am Knöchel verletzt hat und mindestens 10 Tage pausieren muss. Bei ihm steht auch die letzte Reise des Jahres auf der Kippe, wenn am Freitag in einer Woche der FCS beim SC Kriens antritt. Ansonsten steht das gesamte Kader zur Verfügung und wird hoch motiviert gen Süden aufbrechen. Besonders Rodrigo Pollero, der erstmals seit dem Wechsel zum FCS wieder in seine alte Heimstätte zurückkehrt und grossen Torhunger verspürt. Seit der letzten FCS-Partie gegen Xamax haben SLO und Winterthur die Munotstädter in der Rangliste überholt, derweil Schaffhausen vom dritten auf den fünften Platz zurückgefallen ist. Umso wichtiger ist ein Sieg in Chiasso, will man den direkten Anschluss an die Spitzengruppe weiterhin gewährleisten.

FC Chiasso gegen den FC Schaffhausen – diese Affiche ist selbstverständlich auch wieder im Livestream zu sehen, sofern die Partie aufgrund des anhaltenden Schneefalls im Tessin überhaupt stattfinden kann. Definitiv wird dies erst morgen entschieden. Wenn der Schiedsrichter das Spiel freigibt, wird der Livestream kurz vor Anpfiff über den Link www.fcschaffhausen.ch/livestream aufgeschaltet.

#füürenand mit #füürundflamme #füürdäFCS und es chräftigs #hoppschaffhuuse

Spielinfos, Spieltag & Anspielzeit

Begegnung: FC Chiasso 1905 - FC Schaffhausen
Spieldatum: Samstag, 05.12.2020
Türöffnung Stadion: Die Partie findet unter Ausschluss des Publikums statt
Anpfiff: 18:15 Uhr
Live: Schaffhauser Nachrichten (Liveticker)
Livestream: wird kurz vor Anpfiff auf www.fcschaffhausen.ch/livestream aufgeschaltet
(voraussichtlich) abwesend: Paulinho, Bunjaku, Neitzke
Schiedsrichter:
Nico Gianforte / Jean-Yves Wicht / Susanne Küng / Roman Hürlimann
Aktuelles Video: Video mit Uran Bislimi und Giandomenico Tanzillo
SFL Vorschau:
Die Vorschau der Swiss Football League


Bilanz FC Schaffhausen – FC Chiasso 1905


88 Pflichtspiele (87 Meisterschaft / 1 Schweizer Cup)
38 Siege (27 home / 11 away)
29 Niederlagen (18 home + 1 Cup / 18 away)
21 Unentschieden (7 home / 14 away)
Torverhältnis: 130:115


Kaderinfos FC Schaffhausen


Paulinho: Paulinhos Knie lässt derzeit kein Mannschaftstraining zu. Derzeit ist er bis auf Weiteres krankheitsbedingt suspendiert.

Imran Bunjaku: Muss aufgrund seiner vierten Gelben Karte auf das Spiel gegen Chiasso gesperrt verzichten.

André Luis Neitzke: Sein Knöchel am rechten Fuss ist arg in Mitleidenschaft gezogen worden: Bänderriss, angerissenes Band sowie ein Knochenödem lautet die Mehrfachdiagnose des Arztes. Ob er vor der Winterpause nochmals zum Einsatz kommt, hängt vom Heilungsprozess ab, der im Minimum rund 10 Tage dauert.

Emiliano Mozzone: Musste mit Verdacht auf einen Bruch an einem Finger zur Kontrolle. Hier gab es Entwarnung: Der Finger ist «nur» stark geprellt. Dem Team wird er in Chiasso dennoch zur Verfügung stehen.



Bild: www.freshforcus.ch / Claudio Thoma

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