Xamax auf Distanz halten

Donnerstag, 26.11.2020 | 22:11 Uhr

Vorhang auf – resp. Bildschirm an für einen weiteren Leckerbissen im Stadion Schaffhausen. Dort empfängt am Freitag der FCS den Initialen-Zwilling aus Neuchâtel, nachdem die Xamaxiens nach ihrer Quarantäne am Dienstag wieder in den Ligaalltag starteten.

So langsam kommt wieder Leben in die Challenge League. Nach Winterthur am Samstag, Aarau und GC am Montag, sowie Chiasso und Xamax tags darauf wurden wieder von den Quarantänepflichten erlöst und durften ihren Betrieb «re-starten». Gerade Winterthur steht ein Mammutprogramm bevor, müssen sie bis zum 22. Dezember nicht weniger als neun Partien absolvieren, also rund alle drei Tage ein Spiel. Die Schaffhauser haben vor der Winterpause noch fünf Matches zu bestreiten. Die nächste Affiche mit Neuchâtel Xamax FCS verspricht einmal mehr eine attraktive Ausgangslage gegen eine Mannschaft, die nach anfänglichen Schwierigkeiten den Tritt in schleppender Manier zu finden scheint und zuletzt nach drei Siegen in Folge gegen Aarau mit 1:3 verloren hat. Beim Re-Start-Duell in Chiasso sind die Neuenburger am Dienstag erneut gestrauchelt und haben dem Schlusslicht den ersten Saisonsieg ermöglicht.

Der FCS hingegen sammelt derzeit die Punkte, wie die Eichhörnchen Nüssli für den Wintervorrat. Nach dem Sieg gegen Kriens stecken die Munotstädter derzeit mitten in einer Unentschiedenorgie. Drei an der Zahl sind es bislang gegen Wil, Thun und SLO, was beim ersten Heimspiel gegen Xamax seit dem 09. Mai 2018 endlich wieder geändert werden soll. Doch die Neuenburger werden nicht mehr derart orientierungslos auftreten wie im Hinspiel, welches der FCS hochüberlegen mit 3:0 für sich entschied. Allerdings FCS-Coach hat auch dieses Mal einen Plan ausgetüftelt, wie Raphael Nuzzolo, Rückkehrer Yves Kaiser und Co. in Schach gehalten werden können.

Zuerst Cantonal, danach Xamax

Mit bislang 25 Begegnungen gegen Xamax gibt es in der FCS-Historie verhältnismässig wenige Direktduelle. Denn in Neuchâtel war nicht immer Xamax die Nummer 1. Zwischen 1906 und 1966 behauptete sich der FC Cantonal Neuchâtel als klarer Kantonsprimus in der Region und war - mit Ausnahme eines einjährigen Abtauchers in die 1. Liga 1961/62 - immer in einer der beiden höchsten Ligen anzutreffen. Insgesamt 22 Mal duellierten sich die Munotstädter von 1951 bis 1965 mit den Neuenburgern, bei einer Bilanz von 9 Siegen, 5 Unentschieden und 8 Niederlagen. 1960 stieg Xamax erstmals in die 1. Liga auf und entwickelte sich von da an immer mehr zum Spitzenteam. Mit dem Abstieg Cantonals 1966 und der gleichzeitigen Promotion Xamax’ in die NLB fand der bislang einzige Hierarchiewechsel in Neuchâtel statt. Drei Jahre später – exakt 30 Tage nach dem FCS-Abstieg in die 2. Liga – versuchte Cantonal vergeblich einen Neuanfang unter dem Namen «Neuchâtel-Sports», scheiterte jedoch und schloss sich schliesslich 1970 Xamax an.

Xamax-Schock: Hotel ohne TV-Gerät

Es dauerte weitere 15 Jahre, bis der FC Schaffhausen erstmals gegen die «Rouge-Noir» antreten durfte. Als frisch gebackener NLB-Aufsteiger glänzte der FCS in der Saison 1984/85 und kämpfte sich im Schweizer Cup zugleich bis ins Achtelfinale vor. Am 17. März 1985 wohnten 4439 Fans dieser Affiche bei, nachdem der Xamax-Tross bereits am Vorabend für Wirbel sorgte, wie SN zu berichten wusste. Auf Drängen der Spieler und Trainer Gilbert Gress musste der Busfahrer derart in die Eisen treten, dass die Mannschaft im TV die ARD-Sportschau rechtzeitig schauen konnte. Doch dummerweise gab es im damaligen Hotel Bellevue kein Fernseher. So musste FCS-Funktionär Ruedy Kögl aufgeboten werden, der zuerst seine Stube anbot, was Gress jedoch ablehnte. So organisierte Kögl einen Apparat (dank Präsident John Keiser, dem der TV Sauter gehörte, glücklicherweise kein Problem), den er zur Verfügung stellte, damit das Team wenigstens noch das DRS Sportpanorama schauen konnte. Xamax «bedankte» sich mit einem klaren 4:0-Sieg sowie einem Hattrick durch Robert Lüthi und schaffte es danach bis in den Cupfinal. Nicht eingesetzt bei den Neuenburgern wurde übrigens ein gewisser 22-jähriger Stürmer namens Maurizio Jacobacci.

FCS im Livestream

Doch zurück in der Gegenwart setzt der FCS alles daran den dritten Sieg in Folge im Direktduell gegen Neuchâtel Xamax FCS anzustreben, welches gegen Chiasso konditionell doch etwas zu kämpfen hatte. Glänzt der FCS mit Agilität und Präzision, können unter anderen mit diesen Attributen die Westschweizer bezwungen und auf Distanz gehalten werden. Die Partie kann wieder live im Internet verfolgt werden: www.fcschaffhausen.ch/livestream.
Unterstützt – auch wenn leider nur vor dem Bildschirm - mit Leidenschaft den FC Schaffhausen, um die drei Punkte zu sichern. #füürenand mit #füürundflamme #füürdäFCS und es chräftigs #hoppschaffhuuse


Spielinfos, Spieltag & Anspielzeit

Begegnung: FC Schaffhausen – Neuchâtel Xamax FCS
Spieldatum: Freitag, 27.11.2020
Türöffnung Stadion: Keine Zuschauer zugelassen.
Anpfiff: 20:00 Uhr
Live: Schaffhauser Nachrichten (Liveticker) / Radio Munot (Liveeinschaltungen)
Livestream: wird kurz vor Anpfiff auf www.fcschaffhausen.ch/livestream aufgeschaltet
(voraussichtlich) abwesend:  Paulinho
Schiedsrichter: Luca Piccolo / Devis Dettamanti / Leroy Hartmann / Andrin Borra
Aktuelles Video: Video mit Dzenan Talic
SFL Vorschau: Die Vorschau der Swiss Football League


Bilanz FC Schaffhausen – Neuchâtel Xamax FCS


(incl. FC Xamax, Neuchâtel Xamax FC, Neuchâtel Xamax 1912; ohne FC Cantonal Neuchâtel)

25 Pflichtspiele (23 Meisterschaft / 2 Schweizer Cup)
8 Siege (4 home / 4 away)
12 Niederlagen (6 home [2 Cup] / 6 away)
5 Unentschieden (4 home / 1 away)
Tore: 21:29

Aufeinandertreffen (Cup/MS):
So, 17.03.1985, Schweiz Cup 1/8-Final – FC Schaffhausen – Neuchâtel Xamax FC 0:4
Mi, 30.03.1994, Auf-/Abstiegsrunde, 7. Runde – Neuchâtel Xamax FC – FC Schaffhausen 1:0
Letztes Spiel:
Fr, 25.09.2020, BCL 02, Neuchâtel Xamax FCS – FC Schaffhausen 0:3


Kaderinfos FC Schaffhausen

Paulinho: Paulinhos Knie lässt derzeit kein Mannschaftstraining zu. Derzeit ist er bis auf Weiteres krankheitsbedingt suspendiert.

Jetmir Krasniqi: Hat nach seinen muskulären Problemen im Oberschenkel das Mannschaftstraining behutsam wiederaufgenommen und steht voraussichtlich dem Team zur Verfügung. Definitiv wird aber erst am Spieltag entschieden.

Rodrigo Pollero: Steht nach seinen muskulären Problemen dem Team wieder zur Verfügung.

Fran Álvarez: Hat einen Schlag am Fuss abgekriegt, weshalb er gegen SLO nicht zur Verfügung stand. Hat aber wieder voll trainiert und steht der Mannschaft zur Verfügung.

Dzenan Talic: Hat sich im Oberschenkel einen Muskel überdehnt und trainiert nur beschränkt.



Bild: www.freshfocus.ch / Claudio de Capitani

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