Mit neuem Schutzkonzept den Schweizer Fussball retten

Mittwoch, 29.07.2020 | 18:07 Uhr

Die Swiss Football League (SFL) reagiert auf die bundesrätliche Tendenz, dass die per Ende August angekündigten Lockerungen womöglich nicht durchgeführt werden können.

Der Schweizer Profifussball stösst an seine wirtschaftliche Grenzen. Mit einem maximalen Zuschaueraufkommen von 1000 Personen (incl. sämtliche im Spielbetrieb beteiligte Personen) konnte die ohnehin schon strapazierte Saison 2019/20 wiederaufgenommen werden und wird an diesem Wochenende abgeschlossen. Hinter den Kulissen arbeitet die SFL mit Hochdruck an einer überarbeiteten Version des Schutzkonzepts, um den 20 SFL-Vereinen eine wirtschaftliche Struktur anbieten zu können. Denn es ist nicht damit zu rechnen, dass das Veranstaltungsverbot mit Publikum über 1000 Personen, welches bis Ende August andauern wird, vollständig gelockert wird. Weil die wichtigsten Einnahmequellen nun mal die Erlöse aus Ticketing, Catering und VIP-Kunden sind, sind die Schweizer Vereine darauf angewiesen, wieder einen einigermassen normalen Betrieb zu führen. Dazu hat die SFL bereits Anpassungsvorschläge des erweiterten Schutzkonzepts ausgearbeitet.

Es soll ein detaillierter Leitfaden für Veranstaltungen von mehr als 1000 Personen mit einer einheitlichen Umsetzung realisiert werden. Dabei sieht die Liga vor, dass in sämtlichen Stadien ab der kommenden Saison eine generelle Maskenpflicht gilt, wie das beispielsweise beim FC Emmenbrücke der Fall sein wird. Auch der FC Wil 1900 hat auf der Haupttribüne ein Maskenobligatorium aufgrund des nicht zu gewährleistenden Sicherheitsabstandes von 1.5 Metern eingeführt. Dieser Grundpfeiler soll Bestandteil sein, um die Stadionkapazitäten mindestens 50% auslasten zu können. Ebenso fallen Stehplätze in der Super League ganz weg, auch Gästefans sollen in beiden Ligen in der kommenden Spielzeit fernbleiben.

Diese Massnahmen sind gemäss der SFL zwingend nötig, um das Ziel anzustreben, ab der kommenden Saison die Spiele wieder einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Denn sollten die dringend benötigten Einnahmen weiter ausbleiben, droht den SFL-Clubs die Zahlungsunfähigkeit. «Von einem funktionierenden Profibetrieb hängen alle anderen Institutionen und Bereiche, wie beispielsweise die Nationalmannschaft, Frauenfussball, Junioren- oder Breitensport ab», erklärt die SFL in ihrem Communiqué. Immerhin hängen rund 3000 Arbeitsstellen davon ab, zudem ist der Schweizer Fussball ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Kultur.

Klar stellen sich Fragen, die noch nicht beantwortet werden können. Ein Thema wird in der Challenge League die Übertragung der Livestreams sein, die gerade beim Fernbleiben der Gästefans essenziell sind, um den Lieblingsverein auch von zuhause aus supporten zu können. Sind die Livestreams auch in der kommenden Spielzeit gewährleistet, haben die Vereine eine weitere Option in Form eines Public Viewings - mit den entsprechenden Schutzmassnahmen - an einem zentralen Ort, im Heimstadion oder in einem Kino zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Der FC Schaffhausen setzt in Zusammenarbeit mit der Swiss Football League und den weiteren Vereinen alles daran, dass sich das Publikum bei den Spielen wohlfühlt, auch wenn das Schutzkonzept verschärft wird. Schliesslich ist das oberste Gebot die Gesundheit aller Anwesenden zu gewährleisten. Wie das neue Schutzkonzept hinsichtlich der neuen Saison 2020/21 genau ausschaut, wird sich zeigen. Der FCS informiert darüber noch eingehend vor Saisonbeginn. Die neue Meisterschaft beginnt am Wochenende vom Fr-So, 11.-13. September 2020, der Spielplan dazu wird ca. um den 11. August 2020 herausgegeben.

Foto: www.freshfocus.ch / Claudio Thoma

Mit neuem Schutzkonzept den Schweizer Fussball retten

Hauptsponsoren