Alle Infos zum 69. Regioderby beim FC Wil 1900

Freitag, 29.11.2019 | 13:11 Uhr

Es geht nach Wil - das übrigens seit genau 100 Jahren. Doch just zu diesem Jubiläum treffen zwei Teams aufeinander, die zuletzt mit Niederlagen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Der FC Schaffhausen benötigt dringend den Turnaround, nachdem die 90 Minuten gegen Vaduz und die letzten 60 Minuten in Lausanne komplett in den Sand gesetzt wurden. Den Spielern selbst war bewusst, dass sie ihr Leistungspotenzial nicht ausgeschöpft hatten. Darum stand am Dienstag nebst dem üblichen Training noch ein Sonderprogramm im Fokus. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im «La Piazza» übten sich die Akteure im Kräftemessen, indem sie sich am Umzug des FCS-Archivs, welches ins Stadion gezügelt wurde, aktiv beteiligten. Danach mass sich die Mannschaft bei einem gemeinsamen Bowlingturnier. Mit diesem entstandenen Gemeinschaftsgefüge hat das Team neuen Mut geschöpft, um die beiden letzten Meisterschaftsspiele vergessen zu machen. Denn mit dem FC Wil 1900 wartet ein hungriger, wilder Haufen mit einem Durchschnittsalter von zarten 23 Jahren darauf, den nächsten Gegner zu überrennen. Weil die Munotstädter ebenfalls mit vielen jungen Spieler (Durchschnitt 23.7 Jahre) gespickt sind, besitzt die 69. Neuauflage des Regionalderbys einen unberechenbaren Charakter, obliegen die Vorteile nur augenscheinlich bei den Wilern.

Ein fast vergessenes Jubiläum

Auch wenn die Stadt Wil SG nahezu keine Rasenflächen zu vergeben hatte, schwappte das Fussballfieber im Jahre 1900 in die Äbtestadt. Englische Praktikanten, die im beschaulichen Ostschweizer Städtchen ihrer Tätigkeit nachgingen, steckten die jungen Einheimischen mit dem Ballspiel auf dem harten Bleicheplatz an. Schon kurz darauf wurde der FC Stella ins Leben gerufen, der – via dem zwischenzeitlichen Namen FC Fors - sieben Jahre später dann zum FC Wil umgetauft wurde. Ähnlich wie in Schaffhausen pflegten die St. Galler Partien mit benachbarten Vereinen auszutragen, ehe sich der Club dem nationalen Geschehen anschloss. Und so standen sich die beiden Mannschaften erstmals (aller Voraussicht nach) am Sonntag, 16. November 1919 erstmals gegenüber. Als Dernière auf der Reitwiese, weil die Wiler ab 1920 für 43 Jahre ins Lindenhofquartier zügelten, ehe dann das Bergholz erschaffen wurde. Der «Vereinigte FC Schaffhausen-Sparta» befand sich in dieser Saison 1919/20 in Hochform und bezwang die Wiler mit 3:1. Das Rückspiel war auf den Sonntag, 29. Februar 1920 angesetzt, doch diese Partie gewannen die Munotstädter kampflos mit 3:0. Der Grund ist nicht definitiv überliefert, naheliegend ist aber, dass Wil aufgrund der Nachkriegszeit nicht genügend Akteure aufbieten konnte. Ende Saison stiegen die Ostschweizer ab, während die Schaffhauser als Meister der Serie B Ostschweiz im Aufstiegspoule gegen die Kontrahenten FC Nordstern Basel II und FC Étoile La Chaux-de-Fonds II den Aufstieg nicht realisieren konnten. Diesen Weg gingen dann die Basler. Es mag purer Zufall sein, dass die Partie vom kommenden Samstag genau in den Spätherbst fällt, dennoch könnte dieses 100-jährige Jubiläumsspiel für den FCS ein neues Kapitel öffnen.

Wil nicht unverwundbar

Mit dem dritten Zwischenrang bestätigt die Mannschaft von Ciriaco Sforza die hervorragende Saison. Es erinnert fast an die Saison 2014/15, als Wohlen mit dem Freiämter Coach die Liga rockte, doch in der Ostschweiz sind die Voraussetzungen ambitionierter. Dies ermöglicht Sforza aus den Talenten mehr herauszuholen wie verlangt, wie auch am Resultatespiegel zu erkennen ist. Doch ganz unverwundbar sind die Wiler nicht, denn sowohl GC (0:1), wie auch Chiasso (4:1) gewannen in der IGP Arena. Zudem warten die Ostschweizer seit einem Monat auf einen Sieg und kassierten zuletzt bei ihren Niederlagen gegen Vaduz, Chiasso und Lausanne nicht weniger als 13 Gegentore. Und auch wenn der FCS am Fusse des Toggenburgs bislang erst 5 Siege einfahren konnte, stünden die Chancen gar nicht mal schlecht, um sich bei solch einer Ausgangslage erfolgreich zu rehabilitieren. Vorausgesetzt die Mannschaft von Trainer Murat Yakin stellt sich mit den gewonnenen Erkenntnissen aus der jüngsten Vergangenheit dem bevorstehenden Wettkampf und befreit sich in der Ferne vom Siegesdruck. Dies durch Kampf, Leidenschaft und Stolz. #hoppschaffhuuse #deingelbschwarz


Spielinfos, Spieltag & Anspielzeit

Begegnung: FC Wil 1900 - FC Schaffhausen
Spieldatum: Samstag, 30.11.2019
Türöffnung Stadion: 16:30 Uhr
Anpfiff: 17:30 Uhr
Schiedsrichter: Lukas Fähndrich / Christopher Chaillet / Guillaume Maire / David Huwiler


Daten & Fakten zum Spiel

Alle wichtigen Zahlen und Statistiken zur nächsten Begegnung finden Sie hier:
https://www.sfl.ch/challengeleague/matchcenter/match/201920/wil-fcs-13728/action/preview/

 

Bilanz FC Schaffhausen – FC Wil 1900

68 Pflichtspiele (65 Meisterschaft / 3 Schweizer Cup)
27 Siege FCS (19 home / 5 away + 3 Cup home)
28 Siege FC Wil 1900 (19 home / 9 away)
13 Unentschieden (5 home / 8 away)
Torverhältnis: 107:101

- 1. Begegnung: Saison 1919/20 (SFA Ostschweiz II, Serie B, Gruppe 2)
vrstl. So, 16.11.1919 - FC Wil 1900 - Vereinigter FC Schaffhausen-Sparta 1:3
So, 29.02.1920 - Vereinigter FC Schaffhausen-Sparta - FC Wil 1900 3:0 forfait
(Grund unbekannt, möglicherweise wegen Spielermangel aufgrund der Nachkriegszeit)
- 1. Cupspiel: So, 21.10.1956 FC Schaffhausen (NLA) - FC Wil 1900 (1. Liga) 1:0
- letzte Auswärtssiege: So, 10.05.2015 FC Wil 1900 – FC Schaffhausen 3:4
So, 02.12.2018 FC Wil 1900 – FC Schaffhausen 1:2
- Besonderes: Vor ziemlich genau 100 Jahren (So 16.11.1919) wurde die erste Partie auf der Reitwiese (damalige Eisbahnwiese) ausgetragen. Schon ein Jahr später wechselte Wil das Domizil ins Lindengutareal (gehörte der Stadt Wil) und blieb dort, bis 1963 das Bergholz eröffnet wurde.

Abwesenheitsliste FC Schaffhausen

Nejc Mevlja: Hat Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule und kann derzeit nicht mit der Mannschaft mittrainieren. Im optimalen Fall reicht es für einen Einsatz gegen Aarau.
Karim Barry: Hat muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel hinten und kann gegen Wil nicht eingesetzt werden.
Uran Bislimi: Aussenbänder, Syndesmosebänder. Macht weiterhin enorme Fortschritte. Kann sein eigenes Körpergewicht tragen und läuft bereits ohne Stöcke.
Imran Bunjaku: Macht deutliche Fortschritte und ist bereits wieder im Mannschaftstraining integriert. Ob es noch in diesem Jahr zu einem Comeback kommt, wird derzeit parallel noch abgeklärt.
Elie Dindamba: Hat sich eine Innenbandzerrung im linken Knie zugezogen. Macht derzeit Einzelaufbautraining. Sollte in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining integriert werden und könnte im optimalen Fall schon gegen den FC Aarau wiedereingesetzt werden.
Paulinho: Das Schwellungswasser im Knie ist abgeklungen. Ab kommender Woche kann Paulinho wieder ins Mannschaftstraining integriert werden..
Adrian Nikci: Befindet sich weiterhin im Einzel-Aufbautraining nach konservativer Reha-Behandlung seiner Kreuzbänder.
Jetmir Krasniqi: Ist nach seiner Achillessehnen-OP weiterhin in Basel in therapeutischer Behandlung.


Wettervorhersage

 Im Laufe des Vormittags sollten die seit Freitag andauernden Regenschauer ein Ende finden. Dennoch liegen die Temperaturen, je nachdem, wie lange die Sonne die Wolkendecke durchbrechen kann, zwischen 3-5 Grad. Es sollte immerhin trocken bleiben, allerdings geht während des Nachmittags eine zügige Bise aus Osten, die bis zu Spielschluss anhalten soll. https://www.wetteronline.ch/wetter/wil

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