Paukenschlag zu Jahresbeginn - FC Wohlen steigt freiwillig ab

Mittwoch, 03.01.2018 | 20:01 Uhr

Einmal mehr wird der Absteiger aus der brack.ch Challenge League nicht auf sportlichem Weg ausgemacht. In dieser Saison vermeldet der FC Wohlen seinen freiwilligen Abgang.

Die einzig halbwegs erfreuliche Nachricht ist, dass der FC Schaffhausen in der aktuellen Saison 2017/18 definitiv nicht mehr absteigen kann. Nicht nur wegen der Topklassierung mit dem zweiten Zwischenrang nach der Hälfte der Saison, sondern weil erneut ein Konkurrent den freiwilligen Abstieg vorzieht. So hat der FC Wohlen heute Nachmittag mit einer Medienmitteilung bestätigt, dass für die kommende Spielzeit keine Lizenz beantragt werde, so wie das der FC Le Mont-sur-Lausanne letzte Saison ebenfalls gemacht hat und heuer in der 4. Liga anzutreffen ist. Zu diesem Schritt haben sich sämtliche entscheidungskräftige Gremien und Personen des Freiämter Vereins entschlossen, da die stetig ansteigenden Anforderungen und Auflagen der Swiss Football League (SFL) nicht mehr erfüllbar seien, wie es in der Meldung heisst. Somit tritt der FC Wohlen nach 16 (!) Spielzeiten in der zweithöchsten Liga am Ende dieser Saison definitiv den Gang in eine untere Liga an. Welche das sein wird, entscheide mitunter der Vereinsvorstand des FC Wohlen 1904.

Fünf Ex-Schaffhauser betroffen

Von diesem Entscheid sind auch vier ehemalige FCS-Akteure betroffen. Torwart Flamur Tahiraj (2009-2010), Mittelfeldspieler Kris Kuzmanovic (2015-2016), Marko Bicvic (2015-2016) und Stürmer Igor Tadic (2014-2016) und 18 weitere Spieler sowie der Trainerstaff mit dem ehemaligen Schaffhauser Stürmer Piu Nascimento (1998-2000) werden spätestens nach dieser Saison neue Arbeitgeber suchen müssen. Nicht zuletzt weil die FC Wohlen AG ihre akuten Finanzprobleme dank grosser Anstrengungen stemmen kann, ist der Meisterschaftsbetrieb sichergestellt, was bedeutet, dass die Aargauer die aktuelle Saison noch bestreiten und abschliessen werden. Die Challenge League wird damit um ein trauriges Kapitel reicher, nachdem in den letzten fünfeinhalb Jahren mit der AC Bellinzona (2012/13, Lizenzverweigerung), Servette FC (2014/15, Lizenzverweigerung),  FC Biel/Bienne (2015/16, Lizenzentzug) und dem FC Le Mont-sur-Lausanne (2016/17, kein Lizenzgesuch eingereicht) schon einige Clubs nicht aus rein sportlichen Gründen abgestiegen sind. Einzig der FC Locarno stieg als Tabellenletzter aus der BCL ab, allerdings sind die Tessiner nicht zuletzt auch aufgrund finanzieller Probleme mittlerweile in der 2. Liga interregional angesiedelt.

Packende Duelle gegen den FCS

Der FC Wohlen promovierte erstmals seit 1930, als die Freiämter ausgerechnet den FC Schaffhausen in einer dramatischen Aufstiegspoule zur damaligen Serie A (heute Super League) bezwang, im Jahr 2002 in der Challenge League. Übrigens gemeinsam mit dem FC Schaffhausen, nachdem beide Vereine den dritten Konkurrenten SC YF Juventus Zürich hinter sich liessen. Seither haben sich die beiden Clubs stets packende Duelle geliefert. 2011 besiegelte Wohlen mit einem 5:2-Sieg den Abstieg des FCS, 2015 lieferten sich die Aargauer als Spitzenteam ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem späteren Aufsteiger FC Lugano. Insgesamt sind sich der FC Schaffhausen und der FC Wohlen bislang 39 Mal (38x Meisterschaft, 1x Schweizer Cup) gegenübergestanden bei einem Torverhältnis von 69:58 für die Schaffhauser. Dabei haben die Munotstädter 17 Partien für sich entscheiden können, während 12 Spiele die Freiämter gewonnen haben. Zehnmal hat es keinen Sieger gegeben.

Der FC Schaffhausen bedauert diesen Schritt der Wohler sehr und wird den ältesten Dorfclub der Schweiz vermissen. Darum freuen wir uns umso mehr auf die zwei finalen Begegnungen Nummer 40 und 41 am 31. März 2018 im LIPO Park und am 18. Mai 2018 auf der Niedermatten.

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