Knorz-Sieg zum Jahresabschluss

Dienstag, 12.12.2017 | 07:12 Uhr

Saisonsieg Nummer 12 für den FC Schaffhausen in der 70. Auflage im Regionalderby gegen den FC Wil 1900. Zur Belohnung überwintert der FCS auf dem zweiten Rang.

Der FC Schaffhausen verabschiedet sich mit einem Sieg in die verdiente Winterpause. Als zusätzliche Belohnung darf die Mannschaft von Trainer Boris Smiljanic als Vize-Wintermeister das Jahr 2018 beginnen. Dies allerdings auch, weil der direkte Konkurrent Servette FC in der 18. Runde nicht mehr angetreten ist, weil das Gastspiel beim FC Wohlen den winterlichen Bedingungen zum Opfer gefallen ist. Allerdings ist Leader Neuchâtel Xamax FCS mit 10 Lenzen Vorsprung auf dem besten Weg in Richtung Super League, weisen die Neuenburger mit 46 Zählern nur zwei Punkte Rückstand auf den Wintermeister 2016 FC Zürich, der bekanntlich souverän den Wiederaufstieg in die höchste Liga geschafft hat. Nimmt alles seinen herkömmlichen Verlauf, wird Xamax in der Folgesaison ebenfalls in der Super League vertreten sein. Die Munotstädter schliessen ein äusserst erfolgreiches Kalenderjahr ab; aus 38 Pflichtspielen (Meisterschaft und Cup) resultieren immerhin 25 Siege und 85 erzielte Toren.

Ovcharov mit Dernière

Speziell war der Abend für Schiedsrichter Vladimir Ovcharov, der sein 123. und letztes Spiel im bitterkalten LIPO Park arbitrierte. Der 39-jährige Bulgare wird aus Altersgründen nicht mehr im Profibetrieb mittun können. Immerhin darf Ovcharov noch in der Promotion League Partien leiten. In dessen Dernière gab es gleichwohl einige knifflige Situationen zu meistern. So liess er einen von Dorde Nikolic gehaltenen Foulelfmeter, den André Gonçalves in einem Zweikampf mit Caine Keller verursachte, nochmals wiederholen, weil Imran Bunjaku zu früh in den Strafraum stürmte, als Johan Vonlanthen den Penalty antrat. Beim zweiten Versuch traf der ehemalige FCS-Stürmer dann eiskalt ins Netz. Zu diesem Zeitpunkt führte das Heimteam bereits mit 2:1. Zuerst buchte Tunahan Cicek mit einem Abpraller, den Wils Keeper Jim Freid nach einem starken Abschluss von Gui Fioravanti verursachte, danach leistete sich der Schlussmann der Gäste einen weiteren Lapsus. Freid spielte einen Ball direkt in die Füsse Luca Tranquillis, der blitzschnell umschaltete und Cicek bediente. Dieser brachte danach ein flaches Geschoss in Richtung zweiten Pfosten, wo Hélios Sessolo rechtzeitig vor Granit Lekaj einschieben konnte. Zwei verfrühte Weihnachtsgeschenke des FC Wil 1900 sorgten letztlich für die Vorentscheidung in dieser Partie.

Erst Grottenkick, dann Rudelbildung

Die zweite Halbzeit hingegen war grausige Magerkost. Dem FC Wil 1900 fehlten die Mittel, um wirklich gefährlich zu werden, die Schaffhauser igelten sich rund um den eigenen Sechzehner ein und liessen die ideenlosen St. Galler Mal für Mal anlaufen. Dabei hätten die Munotstädter mit etwas mehr Offensivdrang locker noch etwas für das Torverhältnis machen können. Stattdessen liess man es zu, dass die Äbtestädter nie zurücksteckten und trotz limitierter Qualität und fehlendem Konzept stets den Ausgleich suchten. Johan Vonlanthen stand diesem in der 82. Minute wohl am nächsten, als er ein Geschoss aus 20 Metern abfeuerte. Abgesehen von einem Fioravanti-Schuss nach 55 Minuten grenzte das Gekicke beinahe an Arbeitsverweigerung, derart tief war das Niveau des Gezeigten. Als in der 90. Minute Enis Latifi Sessolo auf Höhe der Mittellinie mit einer Blutgrätsche umsäbelte, kam immerhin noch einen Ansatz an Feuer und Leidenschaft zum Vorschein. Als der Ref den finalen Pfiff ertönen liess, kam es sogar noch zu Rudelbildungen mit Michael Gonçalves, Granit Lekaj, Freid, Sessolo, Demhasaj und weiteren Protagonisten, die sich alle gegenseitig noch etwas im Mittelkreis herumschubsten und ein paar hübsche vorweihnachtliche Nettigkeiten austauschten. Nach den letzten Verabschiedungen verschwanden die Akteure unter die warme Dusche und auf direktestem Weg in den Winterurlaub.

Telegramm

FC Schaffhausen - FC Wil 1900 2:1 (2:1)
LIPO Park - 575 Zuschauer - SR: Vladimir Ovcharov.
Tore: 16. Cicek 1:0, 23. Sessolo 2:0, 31. Vonlanthen (Foulpenalty) 2:1.
Schaffhausen: Nikolic; Gonçalves, Rhyner, Mevlja; Bunjaku; Paulinho, Tranquilli (67. Lika), Castroman (46. Del Toro), Fioravanti; Cicek (75. Barry), Sessolo.
Wil: Freid; Gonçalves, Lekaj, Stillhart, Schällibaum; Keller, Scholz (27. Lombardi); Alves (74. Zé Eduardo), Muslin (46. Cortelezzi), Keller; Vonlanthen.
Bemerkungen: Schaffhausen ohne Loosli, Dangubic, Mikari (alle verletzt) Rether, Grasseler und Matic (alle nicht im Aufgebot). - Letztes Spiel von Schiedsrichter Vladimir Ovcharov. 30. Nikolic hält Foulpenalty von Vonlanthen.
Verwarnungen: 31. Nikolic (beim Penalty zu früh von der Grundlinie entfernt), 37. Vonlanthen (Foul), 73. Schällibaum (Foul), 85. Paulinho (Foul), 89. Latifi (Foul).

Knorz-Sieg zum Jahresabschluss

Telegramm

FC Schaffhausen
FC Wil 1900
Monday, 11.12.2017 | 20:00 Uhr
LIPO Park, Schaffhausen

Resultat: 2:1 (2:1)

Zuschauer: 575

Torschützen

16' Tunahan Cicek 1:0
23' Hélios Sessolo 2:0
31' Johan Vonlanthen (Foulpenalty) 2:1

Karten

31' Dorde Nikolic (beim Penalty zu früh von der Grundlinie entfernt)
37' Johan Vonlanthen (Foul)
73' Kenzo Schällibaum (Foul)
85' Paulinho (Foul)
89' Enis Latifi (Foul)

Hauptsponsoren