Zurück auf der Siegerstrasse

Sonntag, 03.12.2017 | 22:12 Uhr

Der FC Schaffhausen kehrt nach drei Pleiten wieder auf die Siegerstrasse zurück. Das ausgerechnet im 107. Derby auswärts beim FC Winterthur.

Trotz eisiger Kälte haben die Schaffhauser Supporter auf der Schützenwiese mit einer sehenswerten Kulisse für Aufsehen gesorgt. Nicht nur die befreundeten Krienser sind zum Derby angereist, auch eine 15-köpfige Fan-Delegation aus dem schwedischen Göteborg haben das Wochenende in der Munotstadt verbracht und als Höhepunkt den 1:0-Erfolg des FCS hautnah miterlebt. Möglich ist dies, weil die Skandinavier eine Sommermeisterschaft austragen und der Superettan-Club Örgryte IS Göteborg, der morgen Montag sein 130. Jubiläum feiert, die Meisterschaft bereits abgeschlossen hat. Ob es den 14-fachen schwedischen Meister mal für ein Freundschaftsspiel nach Schaffhausen verschlägt, steht derzeit in den Sternen. Doch eines ist sicher: Die Fans würden es auf jeden Fall feiern.

Debüt von Asllan Demhasaj

Zu feiern hatten beim Derby nicht nur die Schaffhauser, Krienser und Göteborger, sondern auch zwei Akteure aus dem FCS-Lager. Gui Fioravanti durfte erstmals seit dem 16. Mai 2016 und dem damaligen 4:1-Sieg gegen Wohlen wieder von Beginn ran. Schon in der letzten Partie gegen Servette ersetzte der Portugiese mit brasilianischen Wurzeln nach der ersten Halbzeit den verletzten Yassin Mikari, der auch für das Rivalenduell forfait geben musste und deshalb Fioravanti den Vorzug erhielt. «Es ist eine unglaubliche Durststrecke, die ich durchlaufen musste, doch ich glaubte immer an mich und die Chance, wieder zurückzukehren», erklärte Fioravanti nach dem Spiel. Der Zweite im Bund ist Asllan Demhasaj, der erstmals in der Meisterschaft zum Handkuss kam. Im Cup gegen den FC Rüti durfte der Bruder des mittlerweile beim FC Luzern stürmenden Shkelqim Demhasaj bereits Spielpraxis mit dem Fanionteam sammeln. Mit Filip Vannuca und Jovan Rether wurden zwei weitere Eigengewächse für das Derby nominiert.

10. Meisterschaftstor von Cicek

Die 107. Auflage des ewigen Städtekampfs wird ansonsten kaum die Annalen der Historie erneuern, abgesehen davon, dass der FCS seinen Erzrivalen zum 39. Mal bezwang. Der immer mehr in den Abstiegskampf involvierte FC Winterthur wies doch zu grosse Schwächen auf, um den drittplatzierten Schaffhausern wirklich gefährlich zu werden. Auch als der Gast aus der Munotstadt in Front lag, versuchten es die Löwen, mit dem Brecheisen den Ausgleich herbeizuzwingen. Die eingewechselte YB-Leihgabe Kwadwo Duah kam in der 62. Minute schon recht nah ans Gehäuse und wenn Jordi López‘ Lobball aus 40 Metern etwas präziser getreten wurde, hätte der FCS die Punkte wegen eines faulen Eis teilen müssen. Doch dieses Mal wurde das Team von Boris Smiljanic nicht mehr bestraft, wie beispielsweise gegen Xamax und Servette. Einzig die Entscheidung wurde um rund eine Viertelstunde Spielzeit vertagt, als Schiedsrichter Tomasz Superczynski, der seine Dernière als Spitzenref bestritt, eine Offsideposition erkannte, als Cicek einen Abpraller von Lopez‘ Geschoss an Paulinhos Rücken übernahm und sofort zum vermeintlichen Führungstreffer einschob. Kurz zuvor in der 34. Minute versuchte sich Hélios Sessolo mit einem Weitschuss, der knapp am Lattenkreuz vorbeihuschte. Ebenso halfen emotionale Ausbrüche bei kleinen Rencontres zwischen López und Sessolo, wie auch zwischen Robin Huser und Miguel Castroman aus Sicht der Winterthurer nichts. Letzterer war es indes, der die Niederlage der Eulachstädter mit seiner weiten Flanke auf Cicek einläutete. Der Schaffhauser Topscorer profitierte vom dilettantischen Abwehrverhalten López', umkurvte diesen und traf aus spitzem Winkel mit seinem zehnten Meisterschaftstor zur Führung und letztendlich auch zum verdienten Derbysieg. Damit ist jetzt schon klar, dass der FC Schaffhausen mindestens auf dem dritten Zwischenrang überwintern wird. Im letzten Heimspiel gegen den FC Wil 1900 soll diese insgesamt tolle erste Saisonhälfte mit einem weiteren Sieg positiv abgeschlossen werden.

Telegramm

FC Winterthur - FC Schaffhausen 0:1 (0:0)
Schützenwiese - 3100 Zuschauer - SR: Tomasz Superczyinski.
Tor: 53. Cicek 0:1.
Winterthur: Minder; Markaj (75. Ulrich), Katz, López, Schättin; Lanza; Sutter (59. Duah), Saliji (59. Sliskovic), Huser, Schulz; Silvio.
Schaffhausen: Nikolic; Gonçalves, Rhyner, Mevlja; Paulinho, Tranquilli (86. Demhasaj), Bunjaku, Fioravanti; Castroman; Cicek (66. Del Toro), Sessolo (90. Barry).
Bemerkungen: Winterthur ohne Radice (gesperrt), Ljubicic, Gazzetta, Roth (alle verleetzt), Di Gregorio und Krasniqi (beide nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Stolpa (gesperrt), Lika, Gül, Loosli, Dangubic, Mikari (alle verletzt) und Matic (nicht im Aufgebot). - Letztes Spiel von Schiedsrichter Tomasz Superczynski. BCL-Debüt von Asllan Demhasaj. 39. Tor von Cicek wegen Offside aberkannt.
Verwarnungen: 19. Markaj (Feoul), 34. Rhyner (Foul), 50. Mevlja (Foul), 79. Schättin (Foul), 87. Sessolo (Foul).

Zurück auf der Siegerstrasse

Telegramm

FC Winterthur
FC Schaffhausen
Sunday, 03.12.2017 | 16:00 Uhr
Stadion Schützenwiese, Winterthur

Resultat: 0:1 (0:0)

Zuschauer: 3100

Torschützen

53' Tunahan Cicek 0:1

Karten

19' Denis Markaj (Foul)
34' Jean-Pierre Rhyner (Foul)
50' Nejc Mevlja (Foul)
79' Tobias Schättin (Foul)
87' Hélios Sessolo (Foul)

Hauptsponsoren