Heftige Klatsche in der Heimdernière

Sonntag, 28.05.2017 | 11:05 Uhr

Eine schallende Ohrfeige musste der FC Schaffhausen im letzten Heimspiel der Saison hinnehmen. Der FC Zürich demonstrierte eindrücklich, warum er zu Recht in der kommenden Spielzeit wieder im Oberhaus spielt.

Ehe sich die Schaffhauser versahen, war der Mist bereits geführt. Schon nach einer Viertelstunde lag der designierte Super League-Aufsteiger mit 2:0 in Front, zudem musste Trainer Murat Yakin zuvor bereits einen ersten Wechsel vornehmen. Was war geschehen? Mit dem ersten FCZ-Angriff fand Marco Schönbächler mit seiner Hereingabe den Kopf von Dzengis Cavusevic, der bereits nach 36 Sekunden die Führung der Zürcher markierte. Der Gastgeber versuchte zwar sofort zu reagieren, was Luca Tranquilli beinahe auch gelang. Doch der 23-jährige Schaffhauser traf bei seinem Versuch aus der Ferne nur den Pfosten. Der aufsässige Gast aus der Limmatstadt gab in der Startphase weiterhin den Ton an. Anto Marchesano lancierte bei einem Freistoss den aktiven Schönbächler, der alleine vor Goalie Mateo Matic auftauchte. Der Schlussmann warf sich vor die Beine des Zürchers und zog sich eine tiefe Schramme am Wadenbein zu, was ein Weitermachen verunmöglichte. Während sich der 21-jährige Matic in ärztliche Behandlung begeben musste, kam Keeper Franck Grasseler zu einem unerwarteten Einstand. Doch auch er musste sich einem frühen Gegentor beugen. Marchesanos Eckball in der 13. Minute fand den Weg zum vergessenen Ivan Kecojevic, der nur noch einzunicken brauchte - 2:0 für den FCZ.

FCZ eine Klasse besser

Der FCS präsentierte sich während der ersten Halbzeit nicht so, wie man sich in der Rückrunde daran gewöhnen durfte. Das Selbstvertrauen, erschaffen zuletzt aus acht Siegen in Serie, war wie verflogen. «Wir waren sehr nervös», suchte Tranquilli nach den Gründen, weshalb sich die Gelb-Schwarzen derart vorführen liessen. In der Offensive lief es den Akteuren ziemlich harzig, kam lediglich Christian Zock nach 20 Minuten zum Abschluss. Doch dem Kameruner, der dank seinen regelmässig starken Leistungen während der gesamten Saison bei einigen Super League-Vereinen Begehrlichkeiten weckte, blieb der erste Meisterschaftstreffer weiterhin verwehrt. Auch die eigentlich massgeschneiderte Flanke André Gonçalves‘ kratzte der wenig beschäftigte FCZ-Hüter Yanick Brecher aus der Luft. Auch die Abwehr des FCS wurde mehrmals kalt erwischt. Nicht nur bei den beiden Gegentoren standen die Hintermänner ziemlich im Schilf, sondern auch bei den Topchancen von Raphael Dwamena und Kay Voser. Murat Yakin versuchte nach einer halben Stunde Spielzeit neue Impulse zu setzen und stellte vom 4-4-2 auf das 3-4-1-2-System um. Dabei nahm er André Gonçalves vom Feld und brachte Gjelbrim Taipi, der seine beiden Stürmer Faruk Gül und Shkelqim Demhasaj mit Bällen füttern sollte. In der Tat lief es dem Gastgeber etwas besser, doch der Anschlusstreffer blieb in weiter Ferne. Tranquilli nach 56 Minuten und André Luis Neitzke mittels eines Freistosshammers waren die einzigen offensiven Highlights. Auf der anderen Seite kam Dwamena immer besser in Fahrt und sorgte mit seinen zwei schönen Treffern für das klare Verdikt an diesem Sommerabend.

Fernduell gegen Xamax FCS

Ebenfalls ins Bild passte, dass Demhasaj in der Schlussminute im Zürcher Strafraum gefoult wurde, dennoch blieb die Pfeife von Schiedsrichter Sébastien Pache, der sein allerletztes Spiel arbitrierte, stumm. So blieb dem FCS, der erstmals ein Pflichtspiel im LIPO Park verlor, sogar der Ehrentreffer verwehrt, auch wenn er durch einen Penalty hätte fallen können. Trotz dieser klaren 0:4-Niederlage hat der FCS dank seinen grossartigen Auftritten nach wie vor optimale Chancen den inoffiziellen Titel als Rückrundenmeister zu holen. Weil die Munotstädter einen Zähler vor Neuchâtel Xamax FCS liegen, müssten sie im letzten Meisterschaftsspiel auswärts beim FC Wil 1900 mindestens gleichziehen wie die Neuenburger, die auf dem Brügglifeld beim FC Aarau zur Saisondèrniere antreten. So birgt der kommende Samstag doch noch etwas Spannung in der letzten Runde. Einen kleinen Wermutstropfen hat der FC Zürich dennoch zu beklagen. Im 42. Cupfinal der Frauen besiegte der FC Neunkirch die Zürcherinnen in Biel/Bienne mit 7:6 im Elfmeterschiessen.

Telegramm

FC Schaffhausen - FC Zürich 0:4 (0:2)
LIPO Park - 6768 Zuschauer - SR: Sébastien Pache
Tore: 1. (0:36) Cavusevic 0:1, 13. Kecojevic 0:2, 67. Dwamena 0:3, 85. Dwamena 0:4.
Schaffhausen: Matic (9. Grasseler); Gonçalves (31. Taipi), Neitzke, Demiri, Mevlja: Tranquilli, Bunjaku (62. Lang), Zock, Mikari; Gül, S. Demhasaj.
Zürich: Brecher; Bangura, Nef, Kecojevic; Kukeli (74. Yapi); Brunner (69. Winter), Marchesano, Schönbächler, Voser (61. Kempter); Cavusevic, Dwamena.
Bemerkungen: Schaffhausen ohne Kovacic, Baumgartner, Zuli, Fioravanti, Del Toro, Facchinetti, Wellhäuser, A. Demhasaj und Zornjak (alle nicht im Aufgebot). Zürich ohne Alesevic, Chiumento, Kleiber, Sarr, Kryeziu (alle verletzt), Rüegg, Buff, Muheim, Rohner, Aliu und Baumann (alle nicht im Aufgebot). - 3. Pfostenschuss Tranquilli.
Verwarnungen: 38. Gül (Foul), 45.+4 Demiri (Foul), 57. Taipi (Reklamieren), 66. Zock (Foul), 91. Schönbächler (Foul).
Platzverweis: 92. Zock (Foul, 2. Gelbe Karte).

Heftige Klatsche in der Heimdernière

Telegramm

FC Schaffhausen
FC Zürich
Saturday, 27.05.2017 | 19:00 Uhr
LIPO Park, Schaffhausen

Resultat: 0:4 (0:2)

Zuschauer: 6768

Torschützen

1 (0:36)' Dzengis Cavusevic 0:1
13' Ivan Kecojevic 0:2
67' Raphael Dwamena 0:3
85' Raphael Dwamena 0:4

Karten

38' Faruk Gül (Foul)
45.+4' Muhamed Demiri (Foul)
57' Gjelbrim Taipi (Reklamieren)
66' Christian Zock (Foul)
91' Marco Schönbächler (Foul)
92' Christian Zock (Foul)

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