Nach acht Spielen ohne Niederlage erwischt es den FC Schaffhausen bei Servette Genf. Die 0:4-Niederlage war nicht nur ernüchternd, sondern in dieser Höhe auch verdient, weil der FCS alles vermissen liess, was ihn bisher stark machte.
VON DANIEL F. KOCH, GENF
So hatten sich die Spieler des FC Schaffhausen ihren Auftritt im modernsten Fussballstadion der Schweiz, im EM-Stadion Stade de Genève, nicht vorgestellt. Nach einer Serie von acht Spielen ohne Niederlage mit zuletzt vier Siegen in Folge wollte man diese Serie fortsetzen. Ein weiterer Sieg hätte bedeutet, dass die durchwachsen in die Saison gestarteten Schaffhauser in Tuchfühlung zur Ligaspitze gekommen wären. Es kam anders.
Zunächst einmal musste sich Gianluca Frontino, der in der Schweizer U-20-Nationalmannschaft sein Debüt gegeben hatte, erkrankt abmelden. Ebenfalls fiel Stürmer Ben Newton Katanha mit einer Rückenverletzung aus. Dann dauerte die Anfahrt wegen der winterlichen Verhältnisse wesentlich länger als geplant – keine optimalen Voraussetzungen für ein Auswärtsspiel. Trotzdem begann der FC Schaffhausen druckvoll, verpasste es aber, bei zwei Chancen ein frühes Tor vorzulegen. Wie es besser geht, zeigten die Gastgeber unter ihrem hochkarätigen Trainer Joao Alves.
Valentes Platzverweis
Ein Sonntagsschuss von Lionel Pizzinat verhalf in der 16. Minute der Trainerlegende aus Portugal, die neben anderen Boavista Porto, Estrela Amadora, Vitoria Guimaraes oder Academica Coimbra in der höchsten Liga des Landes trainiert hat, zu einem beruhigenden Auftakt. In der 32. Minute konterten die Genfer erneut die Gästeabwehr aus, und Eudis konnte mit seinem achten Saisontreffer nach überlegtem Querpass von Pizzinat zum 2:0 erhöhen. Die Partie war schon gelaufen. Zumal in der 45. Minute der bereits verwarnte Bruno Valente nach einem rüden und übermotivierten Einsatz, wofür ihm der Unparteiische den roten Karton unter die Nase hielt, vom Platz flog. Damit war die theoretische Möglichkeit, die Partie zu wenden, definitiv dahin. Einerseits waren die spielstarken Genfer zu gut, andererseits klappte bei den Nordschweizern nur wenig. Im Spielaufbau wurde geschlampt, und die Zweikämpfe wurden nicht mit dem nötigen Ernst gesucht. Und so konnten die Grenats ihren Vorsprung dank eines sehenswerten und sehr effizienten Konterspiels weiter ausbauen. Zum Glück für den FCS konnte der bedauernswerte Torhüter Flamur Tahiraj mehrmals retten. Ausserdem waren die Genfer vor dem Tor zu verspielt und vergaben gleich mehrere klarste Chancen leichtfertig. Der Abend hätte für den FCS zum Debakel werden können. Treand (71.) und Bastos (86.) bauten den Vorsprung zum 4:0-Endstand aus. Nachdem Servette Genf auf dem sehr gut bespielbaren Rasen im EM-Stadion den Schaffhausern ihre Grenzen aufgezeigt hatte, ist wieder Ernüchterung eingekehrt. Das muss für den weiteren Verlauf der Meisterschaft kein Nachteil sein, weil am Mittwoch bereits das nächste Spiel auf dem Programm steht. Der FC Wohlen kommt zum Nachholspiel auf die Breite (Anpfiff 19.45 Uhr). Da muss sich der FCS wieder stark verbessern, will er eine Chance haben, denn Wohlen hat sich in der Winterpause punktuell bestens verstärkt, unter anderem mit dem Ex-Schaffhauser Daniel Tarone, und peilt einen weiteren Auswärtssieg an.
Telegramm: Servette Genf – FC Schaffhausen 4:0 (2:0). Stade de Geneve. – 2045 Zuschauer. – SR Jaccottet. – Tore: 16. Pizzinat 1:0, 32. Eudis 2:0; 71. Treand 3:0, 86. Bastos 4:0. – Servette: Novelle (12. Da Silva); Rüfli, Kusunga, Nzay, Schneider; Esteban (77. De Azevedo), Kouassi (55. Pont), Pizzinat, Treand; Bastos, Eudis. – FC Schaffhausen: Tahiraj; Schlauri, Berisha, Mollet, Nganga; Nater (57. Martic); Staubli (77. Stamm), Läng, Ademi, Weller (77. Jonuzi); Valente. - Bemerkungen: Genf ohne Gonzalez (gesperrt), Vitkieviez und Moutinho (beide verletzt), Grischok und Celestini (nicht im Aufgebot); FCS ohne Frontino (krank), Tofiloski, Cengel, Drago und Katanha (nicht im Aufgebot). 12. Servette-Goalie Novelle muss nach einem Zusammenprall mit Teamkollegen verletzt vom Platz. – Verwarnungen: 35. Valente, 47. Läng, 49. Schneider, 63. Ademi (alle wegen Foulspiel). – Platzverweis: 45. Valente (grobes Spiel).